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KW 36 Obstgarten

Beerensträucher als Spalier
Haben Sie schon einmal daran gedacht, die Beerensträucher als Spalier zu erziehen? Spannen Sie dazu zwei bis vier Drähte quer bis in eine Höhe von ca. 1,80 m. Daran binden Sie drei bis fünf kräftige Triebe mit eingekürztem Seitenholz fächerförmig fest. Alle anderen Triebe werden am Boden abgeschnitten, nachwachsende Bodentriebe können Sie einfach abreißen. Denken Sie aber daran, dass Sie nach 6 bis 7 Jahren die Gerüsttriebe durch jüngere Triebe ersetzen müssen. Rechtzeitig also Ersatztriebe stehen lassen.

Holunder ernten
Holunder wird geerntet, wenn alle Früchte blauschwarz gefärbt sind. Verarbeiten Sie die Beeren sofort nach der Ernte, nachdem Sie sie mit einer Gabel von den Fruchtständen abgestreift haben. Vorsicht: Ungekochte Früchte enthalten das giftige Glykosid Sambunigrin. Beim Kochen wird es aber vollständig abgebaut.

Stippebehandlungen
Bei den Spät- bzw. Lagersorten können Stippebehandlungen bis unmittelbar vor der Ernte ausgebracht werden. Gut geeignet sind kalziumchloridhaltige Präparate. Reines Kalziumchlorid (2 x 200 g pro 10 l), kurz vor der Ernte gespritzt, ermöglicht einen sogenannten 'Depoteffekt': Die Kalzium-Ionen können dann noch in den empfindlichen Bereich unter der Schale eindringen und dämmen die Stippegefahr ein.

Holunder verarbeiten
Wer keinen Holunder im Garten hat (die Sorte 'Haschberg' ist besonders ergiebig!), sollte jetzt noch schnell in der Umgebung nach einem "Hollerbusch" suchen: Holundergelee ist eine Delikatesse und Holundersaft lindert im Winter so manchen Husten. Hier ist ein Rezept von Irene Keßler für Holundergelee: Man verwendet etwa 2/3 Holunder und 1/3 säuerlichen, in kleine Stücke geschnittenen Apfel. Statt Gelierzucker kann man auch Pektin verwenden. Auf 500 g Frucht und 500 g Zucker benötigt man 12 bis 14 g Apfelpektin und je nach Frucht 3 bis 9 g Apfelsäure. Vom Zucker muss man etwa 60 g abnehmen und mit dem Pektin und der Apfelsäure vermischen. Dieses Gemisch wird erst dann zugefügt, wenn die Hauptmenge mit dem Zucker zum Kochen gekommen ist. Nach etwa 2 bis 3 Minuten kann man eine Gelierprobe machen.

Obsternte
Einige grundsätzliche Tipps zur Obsternte: Farbige Apfelsorten zwei- bis dreimal durchpflücken. Die erste und besonders die zweite Pflücke sind für die längere Lagerung geeignet, die letzte Pflücke sollte nur kurz gelagert bzw. schnell verbraucht werden. Besonders weiche Früchte (Steinobst) nicht mit den Fingern drücken und durch lange Fingernägel verletzen. Äpfel und Birnen mit der ganzen Handinnenfläche (und nicht mit den Fingern!) leicht anheben und abdrehen. Grundsätzlich immer früh morgens ernten, um die Kühle der vorangegangenen Nacht mit ins Lager zu nehmen. So kühl (2 bis 5 °C) und feucht (etwa 80 % Luftfeuchtigkeit) wie möglich lagern. Die Luftfeuchtigkeit kann man erhöhen, indem man einen Eimer Wasser auf den Boden des Lagerraums ausleert (das liefert auch zusätzliche Verdunstungskälte).